
Ein bisschen spät für ein Bärlauch-Rezept … aber was will man machen, wenn der Alltagsstress dafür sorgt, dass das eigentlich für April geplante Rezept erst jetzt fertig wird. Immerhin wurde der Bärlauch rechtzeitig gesammelt, konserviert und getrocknet. Zumindest in diesem Haushalt ist der Jahresbedarf damit gesichert.
Mit etwas Glück findet man aber auch jetzt noch hier und da frischen Bärlauch. Vielleicht auf dem Wochenmarkt oder an der richtigen Sammelstelle im Wald. Und falls nicht, lohnt es sich wirklich, beim nächsten Frühjahr ein bisschen vorzusorgen. Unsere Bärlauchpaste wartet nämlich noch immer im Kühlschrank auf ihren Einsatz. Dafür wird Bärlauch einfach mit Öl püriert. Einfacher geht es eigentlich nicht und es hat ein wenig was von Pesto. Für die Mutigen unter uns: Mit etwas Frischkäse auf ein getoastetes Brot ist das schon ganz lecker … wenn auch eine Belastung für die Umgebung. Diese recht flexible Paste, die aber gut verschlossen sein muss, kann wunderbar für dieses Rezept verwendet werden. Es reichen aber auch einfach etwas Olivenöl und frischer Bärlauch.

Da wir zu der Zeit außerdem frischen Ricotta gemacht haben, war schnell klar, dass die beiden Zutaten zusammenfinden müssen. Und ganz ehrlich: Ravioli sind dafür einfach perfekt. Die cremige Ricottafüllung mit dem würzigen Bärlauch in frischem Pastateig. Und besser kann es doch kaum sein für die ersten lauen Frühlingsabende.
Natürlich macht selbstgemachter Pastateig ein bisschen Arbeit. Aber frische Pasta ist einfach etwas ganz anderes als die gekaufte Variante. Den Unterschied merkt man sofort. Also lieber nicht abkürzen, sondern den Alltagsstress direkt in den Teig kneten – bei der Konsistenz klappt das erstaunlich gut.
Und wer keine Tomatensauce dazu möchte: Die Bärlauch-Ravioli schmecken auch wunderbar pur, einfach in etwas zerlassener Butter geschwenkt und mit ein wenig Parmesan serviert.

Zutaten für 4 Personen
Für den Pastateig
- 300 g Weizenmehl 405
- 100 g Semola (Hartweizenmehl)
- 4 Eier
- 1 Prise Salz
- etwas kaltes Wasser bei Bedarf
Für die Füllung
- 100 g Käse (z. B. Parmesan oder würziger Bergkäse)
- 250 g Ricotta
- 1 Ei
- Salz & Pfeffer
- 4 TL Bärlauchpaste
(dafür 1 Handvoll frischen Bärlauch mit 2 EL Olivenöl fein pürieren)
Für die Tomatensauce
- 1 Zwiebel
- 2 Knoblauchzehen
- 1 EL Tomatenmark
- 400 g gehackte Tomaten
- 1 EL Olivenöl
- Salz
- Pfeffer
- 1 Prise Zucker
Zubereitung
1. Das Mehl auf die Arbeitsfläche oder in eine große Schüssel geben und in der Mitte eine Mulde formen. Eier und Salz hineingeben und mit einer Gabel nach und nach das Mehl vom Rand einarbeiten. Sobald der Teig fester wird, alles mit den Händen zu einem glatten, elastischen Pastateig verkneten. Falls der Teig zu trocken ist, esslöffelweise kaltes Wasser hinzufügen. Den Teig zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie wickeln und mindestens 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
2. Für die Füllung den Käse fein reiben und gemeinsam mit Ricotta, Ei und der Bärlauchpaste in eine Schüssel geben. Alles gut verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Masse sollte schön cremig, aber nicht zu flüssig sein.
3. Den Pastateig anschließend dünn ausrollen – entweder mit einer Nudelmaschine oder von Hand auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche. Kleine Portionen der Füllung mit etwas Abstand auf eine Teigplatte setzen. Eine zweite Teigplatte darüberlegen und die Zwischenräume sorgfältig andrücken, damit keine Luft eingeschlossen wird. Danach die Ravioli mit einem Messer oder Ravioliausstecher ausschneiden.
4. Für die Tomatensauce Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Das Olivenöl in einer Pfanne oder einem kleinen Topf erhitzen und die Zwiebelwürfel darin bei mittlerer Hitze glasig anschwitzen. Anschließend den Knoblauch hinzufügen und kurz mitdünsten. Das Tomatenmark einrühren und 1–2 Minuten anrösten, damit sich die Röstaromen entfalten können.
5. Die gehackten Tomaten hinzufügen und alles gut verrühren. Mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken. Die Sauce bei niedriger bis mittlerer Hitze etwa 15 Minuten sanft köcheln lassen, bis sie leicht eindickt. Sollte sie zu dick werden, einfach etwas Wasser hinzufügen. Wer eine besonders feine Konsistenz bevorzugt, kann die Sauce zum Schluss mit einem Pürierstab fein pürieren.
6. Währenddessen einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen und die Ravioli darin etwa 5–6 Minuten garen, bis sie an die Oberfläche steigen.
7. Die fertigen Ravioli auf Tellern anrichten, die Tomatensauce darübergeben und nach Belieben mit frisch geriebenem Parmesan und Kräutern servieren.

