
Was zur Hölle macht man mit 5 Litern Kefir?!
Die Frage musste ich mir tatsächlich stellen, als ein kleines Küchenexperiment – eigentlich der Ansatz für einen Käse – etwas zu lange unbeaufsichtigt vor sich hin gearbeitet hat. Kefirknollen haben schließlich die bemerkenswerte Eigenschaft, ziemlich zuverlässig Kefir zu produzieren. Und genau das haben sie auch getan. Sehr erfolgreich sogar. Nur leider unfreiwillig mit den 5 Litern Milch.
Plötzlich stand also eine ziemlich große Menge Kefir in der Küche und wartete auf eine sinnvolle Verwendung. Wegschütten kam natürlich nicht in Frage, also musste eine Idee her.

Zum Glück lässt sich Kefir in vielen Rezepten ganz wunderbar als Ersatz für Naturjoghurt verwenden. Genau dieser Gedanke brachte mich auf die Idee mit den Brötchen: Ein Rezept, das eigentlich mit Joghurt funktioniert, müsste sich doch problemlos auch mit Kefir backen lassen. Also einfach den Joghurt austauschen und schauen, was passiert.
Das Ergebnis sind wunderbar unkomplizierte Brötchen mit einer angenehmen, ganz milden Säure im Teig. Außerdem werden sie schön weich und der Aufwand hält sich in Grenzen, also perfekt für Frühstücksbrötchen.
Besonders praktisch ist, dass der Teig morgens nicht mehr aufwendig geformt werden muss. Man drückt ihn einfach auf der Arbeitsfläche etwas flach, sticht die Brötchen ab und schon können sie nach einer kurzen Ruhezeit in den Ofen.

Zutaten für 9 Brötchen
600 g Weizenmehl Type 550
400 g Kefir
4 g frische Hefe
12 g Salz
15 g Olivenöl oder neutrales Pflanzenöl
Zubereitung
1. Gib das Mehl in eine große Schüssel geben. Zerbrösele die frische Hefe in den Kefir und verrühre sie kurz, bis sie sich aufgelöst hat.
2. Den Kefir, das Salz und das Öl zum Mehl geben und mit den Händen zu einen glatten, eher festen Teig verkneten.
3. Die Schüssel mit einem Deckel verschließen und den Teig eine Stunde bei Zimmertemperatur ruhen lassen.
4. Den Teig nun einmal dehen und falten. Hierfür eine Seite des Teiges greifen, etwas nach oben ziehen und über den restlichen Teig legen. Das von allen vier Seiten wiederholen.
5. Nochmals abdecken und für eine Stunde bei Zimmertemperatur ruhen lassen.
6. Den Teig für 8–12 Stunden in den Kühlschrank stellen (z. B. über Nacht).
7. Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen. Mit einer Teigkarte den Teig nun vorsichtig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben. Nicht mehr kneten, damit die Luft im Teig bleibt. Den Teig vorsichtig zu einem Quadrat von etwa 2–3 cm Dicke drücken. Anschließend mit der Teigkarte oder einen Messer in 9 Stücke schneiden.
8. Die Teigstücke auf ein mit Backpapier belegtes Backblech geben. Mit einem Tuch abdecken und nochmals 45-60 Minuten bei Raumtemperatur gehen lassen.
9. Derweil den Ofen auf 230°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
10. Das Blech mit den Brötchen in den heißen Ofen geben und ca. 20 Minuten lang mit Dampf backen, bis sie goldbraun sind.

