
Wo gibt es eigentlich die besten Kanelsnurrer? Ja, Moment mal … vielleicht sollten wir erst einmal klären, was ein Kanelsnurrer überhaupt ist.
Kanelbullar kennt man inzwischen ziemlich gut. Die Cinnamon Buns sind ein echtes Hypeprodukt aus Schweden, diese herrlich duftenden Zimtschnecken zu jeder Fika gehören. Wobei es sprachlich eigentlich etwas komplizierter ist: Kanelbulle bedeutet wörtlich „Zimtbrötchen“, die klassische Schneckenform heißt im Schwedischen eher Kanelsnäcka bzw. im Dänischen heißt es dann Kanelsnegle. Und trotzdem gibt es die Kanelbullar ganz oft als Knoten, also verschnürt.

Und genau da kommt die dänische Variante ins Spiel: der Kanelsnurrer. „Snurre“ bedeutet so viel wie drehen oder wirbeln – und genau so sieht er auch aus. Kein klassischer Schneckenswirl, sondern kunstvoll verschlungen.
Mit dem Kanelsnurrer durfte ich Bekanntschaft machen, als es mit dem Camper durch Dänemark ging. Natürlich wurden dabei auch die jeweiligen Bäckereien vor Ort getestet. Neben verschiedenem Brot gab es eben auch süße Teilchen und weil ich Zimt so liebe, gerne auch mal einen Kanelsnurrer.
Da der Trip quer durch halb Dänemark führte (hoch bis Skagen und wieder zurück nach Deutschland), konnte man durchaus Qualitätsunterschiede feststellen. Und der Favorit war am Ende ziemlich eindeutig. Auf Platz 1 landete keine klassische Bäckerei, sondern das Café am Eingang des Nationalmuseum (Nationalmuseets) Kommandørgården auf der Insel Rømø. Neben dem historischen Hof, den man besichtigen kann, gibt es dort hausgemachte Kanelsnurrer, frisch gebacken und mit richtig gutem Kaffee. Beides absolut empfehlenswert, wenn man gerade Urlaub auf Rømø macht.
Da ich leider nicht jeden Tag nach Dänemark fahren kann, wurde nach dem Urlaub selbst am Rezept gewerkelt, natürlich mit einer ordentlichen Portion Zimt. Wer Angst vor dem Knoten hat, kann es einfach machen, wie es gerade kommt und wie man Lust hat. Solange alles irgendwie zusammenhält, ist man auf dem richtigen Weg. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Zutaten für 12 Stück
Für den Teig
500 g Weizenmehl (Type 405)
25 g frische Hefe oder 1 Päckchen Trockenhefe (ca. 7 g)
250 ml Vollmilch (lauwarm)
75 g Zucker
75 g weiche Butter
1 TL Kardamom (ca. 5 g)
1 Ei
1 TL Salz (ca. 6 g)
Für die Füllung
100 g weiche Butter
100 g Zucker
1 EL Zimt (ca. 10 g)
Außerdem
1 Ei zum Bestreichen
50 g Hagelzucker
Zubereitung
1. Milch lauwarm erwärmen und die Hefe darin auflösen (Trockenhefe direkt ins Mehl geben). Alle Zutaten zu einem glatten, weichen Teig verkneten. Abgedeckt 1 Stunde gehen lassen, bis sich das Volumen deutlich vergrößert hat.
2. Butter, Zucker und Zimt zu einer Masse verrühren. Den Teig zu einem großen Rechteck ausrollen, die Füllung gleichmäßig verstreichen. Anschließend wie einen Brief in Dritteln von der kurzen Seite her falten.
3. Den gefalteten Teig in 12 Streifen schneiden, z. B mit einem Pizzaroller. Jeden Streifen leicht eindrehen und zu einem Knoten formen. Mit Abstand auf ein Backblech legen und nochmals 1–2 Stunden gehen lassen.
4. Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze (180 °C Umluft) vorheizen. Mit verquirltem Ei bestreichen, mit Hagelzucker bestreuen und 10–12 Minuten goldbraun backen.

