
Krapfen, Berliner, Pfannkuchen oder doch Kreppel?
Je nachdem, wo man sich gerade befindet, kann diese Frage fast schon eine kleine Grundsatzdiskussion oder sogar regionale Glaubenskriege auslösen. Regionale Unterschiede machen die korrekte Bezeichnung nämlich komplizierter, als man denkt. Aber ganz ehrlich: Egal, wie man sie nennt – dieses Gebäck ist in der Faschingszeit einfach nicht wegzudenken.
Ob mit Himbeermarmelade, Vanillecreme oder – der einzig wahren Füllung – mit Hiffenmark. Und ja, da bin ich kompromisslos. Als geborener Mittelfranke ist für mich klar: Ein Krapfen ist nur dann ein richtiger Krapfen, wenn Hiffenmark drin ist. Alles andere ist nett gemeint, aber eben nicht das Original. Umso größer war meine Verwunderung – und auch die bittere Erkenntnis –, als ich feststellen musste, dass es diese Füllung in vielen anderen Regionen gar nicht gibt und selbst das Wort „Hiffenmark“ dort unbekannt ist.

Hier eine kurze Erklärung: Hiffenmark (auch Hiefen- oder Hägenmark genannt) ist ein traditioneller, säuerlich-süßer Brotaufstrich aus eingekochtem Hagebuttenmark, der besonders in Franken als Spezialität gilt. Es ist die klassische, aromatische Füllung für fränkische Krapfen. Die Herstellung ist aufwendig, da die Hagebutten geputzt, gekocht und anschließend passiert werden müssen.
Nun denn – nachdem das geklärt ist, brechen wir einmal mit den Traditionen. Normalerweise werden Krapfen in reichlich Butterschmalz frittiert. Das sorgt für Geschmack, kostet aber Zeit. Und sind wir mal ehrlich: Nicht jeder hat Lust, mit heißem Fett zu hantieren. Deshalb werden diese Krapfen im Ofen gebacken. Wer trotzdem lieber klassisches Schmalzgebäck möchte, kann natürlich weiterhin zum Ausbacken greifen.
Wenn der Krapfenhunger jedoch schnell gestillt werden soll, ist diese Ofenvariante eine wunderbare Alternative. Sie geht deutlich schneller, kommt mit viel weniger Fett aus und ist außerdem kinderfreundlicher. Keine Angst vor spritzendem Fett bedeutet weniger Stress und mehr Spaß in der Kinderbäckerei. Und geschmacklich kann diese Variante mit dem Original durchaus mithalten.
Wer also Respekt vor dem Frittieren hat oder einfach schnelle, unkomplizierte Krapfen zu Hause machen möchte, ist mit dieser Variante genau richtig. Und ja – mit Hiffenmark schmecken sie natürlich am besten!

Zutaten für 10 Krapfen
300 g Weizenmehl (Type 405)
20 g Frischhefe oder 1 Päckchen Trockenhefe
150 ml Milch (lauwarm)
60 g Butter
60 g Zucker
1 Prise Salz
2 Eigelb
150 g Marmelade nach Wahl (z. B. Hiffenmark)
Zum Bestreichen: 30 g Butter (geschmolzen)
Zum Verzieren: etwas Puderzucker
Zubereitung
1. Butter und Milch in einem Topf leicht erwärmen, bis die Butter geschmolzen ist.
2. Das Mehl in eine Schüssel sieben und in der Mitte eine Mulde formen. Die Hefe hineinbröckeln (bzw. Trockenhefe hineingeben) und den Zucker darüberstreuen. Etwa 5 Minuten stehen lassen.
3. Die Eier trennen und die Eigelbe bereithalten.
4. Eigelbe, die Milch-Butter-Mischung und das Salz zum Mehl geben und alles zu einem geschmeidigen, festen Teig verkneten.
5. Den Teig abdecken und etwa 90 Minuten gehen lassen, bis er sich deutlich vergrößert hat.
6. Den Teig in 10 gleich große Stücke teilen. Die einzelnen Stücke zu glatten Kugeln rundwirken und auf ein Backblech setzen. Mit einem Küchentuch abdecken und weitere 60 Minuten gehen lassen.
7. Den Ofen auf 190 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Das Backblech mit den Krapfen in den Ofen geben. Die Krapfen etwa 13 Minuten goldbraun backen.
8. Die Butter zum Bestreichen schmelzen.
9. Die noch warmen Krapfen aus dem Ofen nehmen und mit der geschmolzenen Butter bestreichen.
10. Die Marmelade glatt rühren und in einen Spritzbeutel mit langer, spitzer Tülle oder in eine Gebäckspritze füllen. Die Krapfen damit vorsichtig füllen.
11. Zum Schluss mit Puderzucker bestäuben und genießen.

